10 Kräuter für Pferde zur natürlichen Unterstützung der Atemwege

Kräuter für Pferde: 10 Heilpflanzen zur natürlichen Unterstützung der Atemwege

Nicht jeder Pferdebesitzer möchte sein Pferd mit chronischem Husten dauerhaft mit Medikamenten behandeln – vielleicht gehören ja auch Sie dazu!? In akuten Phasen führt meist kein Weg daran vorbei. Doch darüber hinaus können Pferde mit Atemwegserkrankungen auch gut mit natürlichen Mitteln unterstützt werden – sei es mit der Soleinhalation, mit Akupunktur und Akupressur oder auch mit Kräutern. Wir stellen Ihnen hier zehn Kräuter für Pferde vor, die bei akuten und chronischen Atemwegsbeschwerden unterstützend wirken können.

Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) hat eine jahrtausendealte Tradition. Die alten Römer, Griechen, Chinesen und Ägypter und auch die Indianer haben sich bereits mit den Heilkräften der Natur auseinandergesetzt und den Nutzen verschiedener Pflanzen erkannt.

Bis heute ist ein Großteil des Wissens erhalten geblieben – und davon können nicht nur wir Menschen profitieren, sondern vor allem auch unsere Pferde. Diese sind noch wesentlich instinktiver als wir und suchen sich oft selbst die Pflanzen, die ihr Körper aktuell braucht – zumindest, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Deswegen sind Kräuter für Pferde eine tolle Möglichkeit, den Körper von innen heraus zu stärken und zu unterstützen.

Bevor wir Ihnen verschiedene Pflanzen vorstellen, möchten wir noch den Hinweis geben, dass unsere Information ohne Gewähr ist und Sie alles mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens und ggf. einen Futterberater absprechen sollten. Die Gabe von Kräutern ersetzt keine fachkundige veterinärmedizinische Therapie. Sie kann jedoch Heilungsprozesse beschleunigen und bei leichten Beschwerden helfen.

Anis unterstützt das Abhusten

Anissamen

Anis-Samen enthalten ein ätherisches Öl. Anis hat eine positive Wirkung auf die Luftwege, es wirkt leicht krampflösend und dadurch beruhigend. Zudem ist Anis schleimlösend und verbessert das Abhusten.

Anwendung: Anis kann entweder als Tee verabreicht oder ins Futter gemischt werden. Empfohlen wird hier etwa eine Handvoll am Tag. Auch als Pulver ist Anis mittlerweile erhältlich.

Brennnessel als Booster fürs Immunsystem

Die Brennnessel stärkt das Immunsystem des Pferdes

Fast jeder Pferdebesitzer verbindet mit der Brennnessel eine Art Hassliebe. Als Unkraut auf Wiesen und Paddocks unbeliebt, wird die Brennnessel gleichzeitig gern als Heilpflanze genutzt. Die Brennnessel unterstützt das Immunsystem, indem sie blutreinigend und leberstärkend wirkt. Ein gutes Immunsystem wirkt sich immer auch positiv auf chronische oder akute Erkrankungen aus. Daher kann es sinnvoll sein, Pferde mit Lungenerkrankungen mit Brennnesseltee oder getrockneten Brennnesseln zu unterstützen.

Anwendung: Pferde fressen in der Regel keine frischen Brennnesseln. Hier bietet es sich an, vorhandene Pflanzen abzumähen und trocknen zu lassen. Dann verlieren sie ihre brennende Wirkung.

Zudem können die getrockneten Brennnesseln kleingeschnitten unters Futter gemischt oder als Tee aufgebrüht und verabreicht werden.

Eibisch beruhigt die Atemwege

Vom Eibisch sind sowohl die Blätter als auch die Wurzeln tolle Helfer bei Husten. Eibisch enthält viele Schleimstoffe und wirkt dadurch atemwegsberuhigend.

Anwendung: Die getrockneten Blätter des Eibisch können entweder lose oder als Tee zubereitet übers Futter gegeben werden. Auch die Wurzeln können lose ins Futter gegeben werden. Alternativ gibt es Eibisch-Pulver zu kaufen.

Fenchel wirkt entzündungshemmend und schleimlösend

Fenchelsamen

Die Früchte des Fenchels besitzen ätherische Öle, die nachweislich entzündungshemmend, schleimverflüssigend und antimikrobiell wirken. Damit unterstützt Fenchel die Atemwege Ihres Pferdes positiv. Fenchel wirkt krampflösend, schleimlösend und auswurffördernd bei Husten und Bronchitis.

Anwendung: Fenchel wird vor allem als Tee gegeben, weil sich durch das heiße Wasser die ätherischen Öle besser entfalten können. Beliebt ist hier die Kombination Fenchel-Anis-Kümmel-Tee.

Hagebutte: Unterstützung des Immunsystems

Hagebutten unterstützen das Immunsystem des Pferdes

Hagebutten haben einen hohen Vitamingehalt (Vitamin C, Vitamin A und Vitamin K) und sind damit ein echter Booster fürs Immunsystem. Damit unterstützt die Hagebutte den Körper auch bei Infekten positiv.

Darüber hinaus wird der Hagebutte eine schmerzlindernde Wirkung bei Gelenkserkrankungen wie Arthrose zugesprochen, sie soll Hufwachstum verbessern, positiv auf Haut und Fell wirken und zudem eine gute Prophylaxe gegen Würmer sein.

Hagebutten können Sie im Herbst frisch ernten und trocknen lassen.

Anwendung: Die Hagebutte kann wahlweise als Tee aufgebrüht und über das Futter gegeben werden oder frisch bzw. getrocknet gefüttert werden.

Huflattich – der Hustenvertreiber

Huflattich gilt als Hustenvertreiber

Huflattich heißt eigentlich Tussilago, was Hustenvertreiben bedeutet. Damit ist klar, dass der Huflattich eine tolle Pflanze bei Husten und Bronchitis ist. Huflattich gehört sogar zu den ältesten bekannten Hustenmitteln.

Huflattich fördert das Abhusten, weil er wertvolle Schleimstoffe, Gerbstoffe und Mineralsalze enthält. Die Blätter des Huflattichs sollen zudem blutreinigend, beruhigend und schweißtreibend wirken.

Anwendung: Die getrockneten Blüten und Blätter können als Tee aufgebrüht werden. Zudem gibt es Hustensaft aus Huflattich, der zusammen mit dem Futter verabreicht wird.

Isländisch Moos hilft bei Infekten der oberen Atemwege

Auch wenn der Name Isländisch Moos dazu verleitet zu denken, dass diese Pflanze ausschließlich auf Island wächst und nur den Islandpferden guttut, ist die Flechte in Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien zu finden.

Isländisch Moos ist eine beliebte Heilpflanze, weil sie krampflösend und antiseptisch wirkt. Sie enthält Schleim- und Bitterstoffe. Daher hilft sie bei Infekten der oberen Atemwege besonders gut und ist in vielen Husten-Kräutermischungen enthalten.

Anwendung: Isländisch Moos wird als Kräutermischung ins Futter gegeben oder als Tee aufgebrüht. Weil Pferde den eher bitteren Geschmack nicht so gern mögen, wird empfohlen, Isländisch Moos zusammen mit Apfelessig oder etwas Honig zu mischen.

Salbei wirkt antiseptisch und hilft bei Entzündungen

Salbei ist DAS Heilkraut bei Husten

Salbei enthält ätherische Öle und wird wegen seiner antiseptischen Wirkung gern bei Verletzungen und Entzündungen im Maul- und Rachenbereich sowie bei Husten gegeben. Salbei wirkt schleimlösend und ist in vielen Kräutermischungen zur Unterstützung der Atemwege enthalten.

Anwendung: Salbei können Sie sowohl frisch als auch getrocknet füttern. Außerdem kann er als Tee aufgebrüht über das Futter gegeben werden.

Sonnenhut stärkt die Abwehrkräfte

Echinacea bei Husten

Mit Sonnenhut können Sie das Immunsystem Ihres Pferdes unterstützen. Sonnenhut, oder Echinacae, wie die Pflanze eigentlich heißt, soll die Abwehrkräfte stärken und die Blutbildung aktivieren. Bei Infekten und chronischen Entzündungen kann es helfen, Echinacea über einen längeren Zeitraum zu füttern.

Anwendung: Sonnenhut gibt es in verschiedenen Formen: Als Wurzel, die ins Futter geschnitten wird, als Tropfen (hier ist oft Alkohol enthalten) und als Saft.

Thymian kann bei entzündlichen Atemwegsinfekten unterstützen

Thymian kann bei entzündlichen Atemwegsinfekten unterstützen

Thymian ist nicht nur als Gewürz in unserer Küche beliebt, sondern auch als Heilkraut. Thymian wirkt stark schleimlösend, antibakteriell, krampflösend und wundheilend.

Wichtig zu wissen: Bei tragenden Stuten sollte Thymian nicht gegeben werden, weder als Kraut noch als Tee!

Anwendung: Bei Husten und entzündlichen Atemwegsbeschwerden bietet es sich an, einen Thymiantee zu kochen. Alternativ kann Thymian frisch oder getrocknet zum Futter gegeben werden.

Kräutertee für Pferde kochen

Die meisten der aufgezählten Kräuter lassen sich wunderbar als Tee zubereiten. Tee können Sie Ihrem Pferd entweder pur anbieten oder Sie geben ihn über das Futter. Das kann beispielsweise helfen, wenn einige Dinge, beispielsweise Hustenpulver, nicht so gern gefressen werden. Der Tee kann lauwarm oder kalt angeboten werden.

Wenn Sie den Tee selbst zusammenstellen möchten, reichen im Schnitt 30 bis 50 g getrocknete Kräuter auf einen halben Liter Wasser. Tee können Sie entweder mit losen Kräutern selbst mischen – und so die Inhalte besser bestimmen – oder Sie nehmen Teebeutel.

Als Unterstützung bei Atemwegsproblemen ist zum Beispiel Fenchel-Anis-Kümmel-Tee sehr beliebt. Fenchel und Anis wirken sich positiv auf die Atemwege aus, Kümmel wirkt besonders auf die Verdauungsorgane.

10 ausgewählte Kräuter für Pferde, die die Atemwege unterstützen

Kräuter für Pferde: die passenden Heilpflanzen finden

Die meisten Futtermittelhersteller bieten mittlerweile fertige Kräutermischungen an, die Sie einfach übers Futter geben oder als Tee aufbrühen können. Dort finden Sie auch wichtige Angaben zur Dosierung und ob die verwendeten Kräuter Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen oder Dopingrelevant sind (dies ist vor allem für Turnierpferde interessant).

Wenn Sie unsicher sind, welche Kräuter für Ihr Pferd am besten sind, empfehlen wir Ihnen vorab eine Futterberatung in Anspruch zu nehmen.

Kräuter allein reichen in der Regel nicht aus. Dennoch können Sie Ihr Pferd zusätzlich zur Inhalation damit wunderbar unterstützen.

Bei Fragen zu unserem Inhalationsangebot sind wir gern für Sie da. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

Quellen:

Cornelia Wittek: Von Apfelessig bis Teebaumöl. Hausmittel und Naturkräfte für Pferde. Kosmos 2005

Sabine Heüveldop: Hustenratgeber Pferd. Freier atmen, besser leben. Müller Rüschlikon 2019 (eine Buchvorstellung finden Sie hier.)

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