Sommerekzem beim Pferd Pflegetipps und Behandlungstipps

Sommerekzem beim Pferd: Pflege- und Behandlungstipps

Im Frühjahr und spätestens mit Beginn der Weidezeit beginnt für viele Pferde die Zeit des Sommerekzems. Sie leiden Juckreiz und haben offene Stellen, die sich im schlimmsten Fall entzünden. Wir möchten mit unserem Beitrag die wichtigsten Fakten rund um das Thema Sommerekzem beim Pferd zusammentragen.

Sommerekzem beim Pferd: Was steckt hinter dieser Erkrankung?

Sommerekzem ist eine Allergie, die vor allem unter den nordischen Pferderassen weit verbreitet ist. Ein Ekzempferd reagiert allergisch auf den Speichel von Stechmücken, Kriebelmücken und Stechgnitzen. Und weil diese Insekten in den nördlichen Gegenden eher weniger auftreten, fehlen diesen Pferden oft die entsprechenden körpereigenen Abwehrstoffe. Doch auch wenn Isländer oder Norweger vermehrt Sommerekzem haben, heißt es nicht, dass nicht auch andere Pferderassen Ekzem bekommen können.

Häufig geht Sommerekzem einher mit einem ohnehin geschwächtem Immunsystem. Denn: Sommerekzem wird vererbt. Das Gen ist aber nicht der einzige Grund für Sommerekzem. Viele Pferde, die ein starkes Immunsystem aufweisen, tragen des entsprechende Gen in sich, haben aber selbst kein Ekzem. Einen viel größeren Einfluss (rund 70 %) haben die Umwelteinflüsse, also Haltung und Fütterung.

Wie erkenne ich Sommerekzem?

Sommerekzem beim PFerd lässt sich besonders gut an seiner Unruhe erkennen. Unruhig werden die Pferde vor allem in der Zeit der Dämmerung, wenn besonderes viele Mücken unterwegs sind. Auch beginnen sich die Pferde zu jucken und schubbern. Nicht wenige Pferde haben regelmäßig offene, blutige Stellen an den betroffenen Körperteilen. Besonders betroffen sind der Mähnenkamm, die Schweifrübe, der Widerrist, die Ohren und die Bauchnaht – Körperstellen, die von den Mücken gut zu erreichen sind.

Nicht jedes Schubbern ist Sommerekzem

Sommerekzem zeigt sich bei jedem Pferd anders. Und nur weil ein Pferd sich den Schweif schubbert, muss es nicht gleich an Sommerekzem leiden. Denn auch der Fellwechsel oder Zinkmangel sorgen für Juckreiz. Und Schubbern am Schweif könnte auch auf eine Verwurmung hinweisen.

Der sicherste Weg um herauszufinden ob ein Pferd wirklich an Sommerekzem leidet, ist eine Blutuntersuchung. Aber auch hier gilt: Nur wenn das Blutbild Sommerekzem anzeigt und das Pferd entsprechende Symptome zeigt, leidet es höchstwahrscheinlich an Sommerekzem.

Pflegetipps Behandlungstipps Sommerekzem

Mein Pferd hat Sommerekzem: Wie kann ich ihm helfen?

Die beste Hilfe für das Pferd ist eine Optimierung von Haltung und Fütterung sowie ausreichend Bewegung. Außerdem sollte möglicher Stress so weit es geht reduziert werden.

Sommerekzem: Fütterung anpassen

Im Pferdedarm werden mehr als 90 Prozent der Immunzellen gebildet. Stimmt aber das Säure-Basen-Verhältnis im Pferdedarm aufgrund einer fehlerhaften Fütterung nicht, entstehen giftige Stoffwechselprodukte und das Immunsystem gerät aus dem Takt. Dadurch entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Sommerekzem.

Fehlerhafte Fütterung kann sein eine zu hohe Eiweißversorgung durch fette Weiden, zu viel Kraftfutter/zu viel Fertigmüslis, kein Mineralfutter und Übergewicht. Dadurch wird Säure-Basen-Verhältnis durcheinander gewirbelt, der Verdauungstrakt gestört und das Immunsystem geschwächt.

Pferdehaltung optimieren: Schwerpunkt Insektenschutz

Ein weiterer Punkt ist die Optimierung der Pferdehaltung. Das betrifft insbesondere den Insektenschutz. Auf feuchten Wiesen und in der Nähe des Misthaufens tummeln sich besonders viele Insekten. Hier gilt es vorzubeugen, beispielsweise mit Insektenfallen oder Lamellenvorhängen vor dem Unterstand.

Juckreiz lindern

Die einfachste Lösung, das Risiko von Insektenstichen und damit den Juckreiz zu reduzieren sind Ekzerdecken. Diese sollten im Idealfall bereits angezogen werden noch ehe das Sommerekzem ausbricht.

Beim Kauf einer Sommerekzemdecke ist darauf zu achten, dass sie robust und atmungsaktiv ist.

Um den Pferden Schubbermöglichkeiten zu geben, bei denen kein Verletzungsrisiko besteht, bietet es sich an Bürsten im Stall zu installieren.

Alternative Behandlungsmethoden bei Sommerekzem

Eigenblutbehandlung

Mit der Eigenblutbehandlung die in der Regel von einem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker durchgeführt wird, soll eine Stabilisierung des Immunsystems erreicht werden.

Homöopathie

Mithilfe von Homöopathie konnten bereits gute Erfolge bei der Behandlung von Sommerekzem beim Pferd erreicht werden. Wichtig hierbei ist, dass nicht selbstständig herumexperimentiert wird, sondern dass ein ausgebildeter Tierheilpraktiker bzw. Homöopath zurate gezogen wird.

Impfstoff bei Sommerekzem

Forscher der Universität Zürich entwickeln derzeit einen Impfstoff, der bei Sommerekzem helfen soll. Noch ist der Impfstoff nicht erhältlich, für Besitzer betroffener Pferde sind die Studien jedoch ein Lichtblick. Angeblich soll es den Impfstoff ab 2021 geben.

Soletherapie bei Sommerekzem

Viele Pferdebesitzer bringen ihre Pferde in den Akutphasen gern am Meer unter. Die salzhaltige Luft hilft vielen erkrankten Pferden. Doch eine Kur am Meer ist nicht immer möglich und für viele Pferdebesitzer mit einer weiten Anreise verbunden.

Eine gute Alternative ist die Soletherapie mit Tote-Meer-Sole in einer entsprechenden Solekammer oder in einem Inhalationsanhänger. Dem Solenebel wird eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung nachgesagt. Er kann sich somit positiv auf den Juckreiz und die offenen Stellen auswirken.

Quellen:

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