COB beim Pferd erkennen und behandeln

COB beim Pferd: erkennen und behandeln

COB, die Kurzform für chronisch obstruktive Bronchitis, ist die am häufigsten auftretende Atemwegserkrankung bei Pferden. Was sich dahinter verbirgt, welche Symptome auftreten und wie eine mögliche Behandlung aussehen kann, verraten wir in diesem Beitrag.

COB ist der deutsche Begriff für chronische Atemwegsprobleme beim Pferd. COB ähnelt dem Asthma aus dem Humanbereich. Im Unterschied zu einer normalen Bronchitis spielen bei COB zwei Aspekte eine wichtige Rolle:

  1. die Dauer: Als chronisch gelten Atemwegsprobleme immer dann, wenn die Symptome mindestens sechs Wochen lang vorhanden sind.
  2. die Verengung der Atemwege: Ein Merkmal dieser Erkrankung ist, dass sich die Atemwege verengen (Obstruktion = Verengung). Diese Verengung ist die Folge davon, dass sich die Muskeln, die die Bronchien umgeben, verkrampfen. Der Fachbegriff hierfür lautet Bronchospasmus.

Bei Pferden mit COB reagieren die Schleimhäute der Atemwege, insbesondere die der Bronchien, überempfindlich auf Reize wie Staub, Schimmelpilzsporen und vieles mehr. Es wird vermehrt Sekret produziert. Außerdem schwellen die Schleimhäute an und es kann zu so genannten Bronchospasmen und einer Verengung der Atemwege kommen. Weil die Reizpartikel sehr klein sind, werden sie leicht eingeatmet. Dadurch gelangen sie tief in die Atemwege.

COb entsteht, so die verbreitete Meinung, vor allem durch die Boxenhaltung, die eine höhere Staubbelastung mit sich bringt.

COB beim Pferd: Diese Symptome können auftreten

Auf die Frage, welche Symptome bei COB auftreten können, gibt es keine Pauschalantwort, denn sie unterscheiden sich von Pferd zu Pferd. Dennoch gibt es eine Merkmale, bei denen Sie besonders aufmerksam sein und im Zweifelsfall lieber einmal mehr den Tierarzt holen sollten. Wird COB erst zu spät erkannt, kann das Lungengewebe stark und irreparabel geschädigt werden. Die Lungenbläschen können platzen und ein Lungenemphysem entsteht.

Zu den klassischen Symptomen von COB gehören:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • sichtbare Dampfrinne durch erschwerte Atmung (der gerade Bauchmuskel M. rectus abdominis ist deutlich zu erkennen)
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Leistungseinbruch

Eine chronisch obstruktive Bronchitis kann nur der Tierarzt diagnostizieren. Zögern Sie daher nicht den Tierarzt Ihres Vertrauens anzurufen, sobald Ihr Pferd anfängt zu husten.

Neben der klassischen Anamnese, bei der der Tierarzt den Allgemeinzustand sowie die Fütterungs- und Haltungsbedingungen untersucht und erfragt, wird er vor allem die Lunge Ihres Pferdes untersuchen. Eine Bronchoskopie gibt ihm die Möglichkeit zu erkennen, wie stark die Schleimhaut geschwollen und ob sie gerötet ist und wie viel Sekret vorhanden ist.

Möglicherweise wird er das Atmungsorgan auch röntgen müssen, Lungengewebe und Sekrete entnehmen (Endoskopie) oder eine Blut- bzw. Blutgasanalyse machen. Eine arterielle Blutgasanalyse gibt dem Tierarzt Auskunft darüber, wie gut die Sauerstoffversorgung im Pferdekörper ist.

Diagnose COB: Was kann ich tun?

Wenn die Diagnose COB fällt, verabreicht der Tierarzt höchstwahrscheinlich zunächst schleim- und krampflösende Medikamente. Diese sorgen dafür, dass das Sekret aus der Lunge abtransportiert werden kann. Diese Arzneimittel können aber lediglich die Symptome behandeln, nicht aber die Ursache beheben.

Somit ist es mit der reinen Medikamentengabe nicht getan. In unserem Interview über Husten bei Pferden erklärt Tierärztin Dr. Veronika Klein: „Bei COB verbessert sich der Zustand, wenn die Ursache rechtzeitig abgestellt wird.“.

Weil ein Pferd mit COB sehr stark auf Reize wie Staub und Schimmel reagiert, ist es wichtig, diese Ursachen abzustellen. Das bedeutet im Umkehrschluss: staubarme Umgebung und viel frische Luft.

  • Kein staubiges Heu mehr füttern
  • Nasses oder bedampftes Heu oder Heulage füttern
  • Haltung im Offenstall oder in einer Außenbox mit Frischluft
  • Sägespäne statt Stroh als Einstreu
  • Regelmäßig Misten, um Ammoniakgase zu reduzieren
  • Nicht in unmittelbarer Nähe des Pferdes fegen
  • Auf das Reiten in staubigen Reithallen verzichten

Eine chronisch obstruktive Bronchitis wird Ihr Pferd sein Pferdeleben lang beschäftigen. Daher sollten Sie die Ursachen der Erkrankung nicht nur temporär, sondern dauerhaft abstellen. Sollte das im vorhandenen Stall nicht möglich sein, könnte es sinnvoll sein, dass Sie einen Stallwechsel in Betracht ziehen.

Lesetipp: Hauptsache staubfrei: Pferdehaltung bei Atemwegsproblemen

Inhalationstherapie für Pferde mit COB

Soleinhalation kann bei Pferden mit COB ebenfalls unterstützend wirken: Die Sole, die mit einem Ultraschallvernebler lungengängig vernebelt wird, kann helfen, den zähflüssigen Schleim in der Lunge zu verflüssigen. So kann dieser besser abtransportiert werden.

Der Stute Shinok von Christina Große-Hagenbrock geht es dank der maskenfreien Soleinhalation wesentlich besser, wie ihre Besitzerin hier erzählt. Und auch unsere Kundinnen und Kunden berichten uns regelmäßig davon, wie viel Schnodder die Inhalation bei den Pferden ihrer Kunden ans Tageslicht bringt.

Wenn Medikamente vernebelt werden müssen, bietet es sich an neben der maskenlosen Variante zusätzlich noch eine Inhalationsmaske zu nutzen.

Bewegung ist für Pferde mit COB wichtig

Bewegung tut Pferden mit Atemwegserkrankungen gut. Sind sie symptomfrei, können – und sollten – sie ganz normal geritten werden und das gern auch mal schnell. Bewegung fördert die Selbstreinigung der Lunge. Der Galopp beispielsweise ist eng mit der Atmung des Pferdes verbunden: Pro Galoppsprung macht das Pferd einen Atemzug. Je größer der Galoppsprung, desto tiefer atmet das Pferd ein. Das bedeutet, dass Pferde mit Atemwegsproblemen im Galopp meist weniger raumgreifend springen als gesunde Pferde.

Pferde, die unter erschwerter Atmung leiden, sollten zwar auch bewegt werden, weil ihr Körper und damit auch ihre Muskeln aber meist unzureichend mit Sauerstoff versorgt sind, sollte die Bewegung eher moderat ausfallen.

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie staubige Hallen und staubige Reitplätze meiden und bei starkem Pollenflug Ihr Training entsprechend anpassen.

Wenn auch Sie sich für ein Solemobil oder eine feste Solekammer interessieren, finden Sie hier weitere Informationen. Gern beraten wir Sie auch persönlich. Nutzen Sie hier einfach unser Kontaktformular!

Quellen:

Chronisch obstruktive Bronchitits beim Pferd
Chronisch obstruktive Bronchitits beim Pferd

1 Kommentar zu „COB beim Pferd: erkennen und behandeln“

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